JAN II RAES
DECIUS MUS WEIHT SICH DEM TOD
Die Tapisserie Decius Mus weiht sich dem Tod besteht aus Wolle, Seide und Goldfäden und entstand um 1616-1643 in der Manufaktur des Jan Raes d.J. in Brüssel. Hatte sein Vater Jan Raes d. Ä. noch den Vertrag unterschrieben, so war es der Sohn Jan Raes d.J., der die Tapisserien nach den Vorlagen von Peter Paul Rubens herstellte. Die fast quadratische Tapisserie mit den Massen 396 x 394 cm ist rechts unten mit dem Monogramm des Webers IAN.RAES signiert und zeigt die Beschaumarke der Stadt Brüssel. Fürst Johann II. von Liechtenstein erwarb sie 1870 in Venedig zusammen mit 4 weiteren: Decius Mus deutet seinen Offizieren den Traum, Decius Mus sendet die Liktoren aus, Der Tod des Decius Mus in der Schlacht und ein Entre – Fenêtre mit der Darstellung der Virtus Romana nach dem Karton Victoria und Virtus. Die Randbordüre der 1870 für die Fürstlichen Sammlungen erworbenen Tapisserien bestehen aus einer von Perl- und Eierstäben begrenzten architektonischen Rahmung, auf dem sich phantasievoll gestaltete, mit Windrosen und Masken belegte Kartuschen mit Muscheln, Akanthusblättern, Fruchtarrangements, Delfinen und Harpyen abwechseln. Diese Rahmung findet sich bei zahlreichen Gobelineditionen des Decius-Mus-Zyklus. Neben der Manufaktur des Jan II Raes wurde der Entwurf auch von jener der Witwe des Jacques I Geubels, ihrem Sohnes Jacques II und von Frans von den Hecke verwendet. Dabei handelt es sich um eine der frühesten barocken Bordüren der Flämischen Teppichwebekunst. Da sie schon bei den ältesten erhaltenen Editionen aus dem Hause Raes vorkommt, liegt der Verdacht nahe, dass der Entwurf aus dem Umkreis Rubens’ stammt. Im Jahr 2001 erwarb der regierende Fürst Hans– Adam II. Die Totenfeier für Decius Mus als eine von Jacob Geubels d.J. angefertigte Tapisserie.
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Jan II Raes
Decius Mus weiht sich dem Tod, 1616/1643
Wolle, Seide
Höhe 399 cm, Breite 402 cm
rechts seitlich Monogramm des Jan II. Raes, Beschaumarke der Stadt Brüssel
Inv.-Nr. TA18
Provenienz: um 1870 durch Fürst Johannes II. von Liechtenstein in Venedig erworben
Weitere Exponate des Künstlers
Decius Mus sendet die Liktoren aus, 1616/1643
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