FERDINANDO TACCA
HERKULES TRÄGT DEN HIMMEL
Giambologna schuf zwischen 1576 und 1589 eine Serie von Modelli über sechs Taten des Herkules, die von den Silberschmieden Michele Mazzafirri und Jacopo Bylivelt in Silber ausgeführt wurden. Diese Werke sind im Inventar der „Guardaropa Medicea“ von 1587 bis 1591 erwähnt, heute aber verloren. Alle sechs Skulpturen waren auch in Bronze ausgeführt, auch diese Kopien gingen jedoch verloren.
Nach dem Tod Giambolognas erwarb Pietro Tacca in Florenz aus dessen Nachlass einen Teil der Modelli der Taten des Herkules, nach denen er ebenfalls einen Zyklus schuf. Sein Sohn Ferdinando fertigte schliesslich von einzelnen Kompositionen mehrere Abgüsse an.
Auch bei dieser Erwerbung für die Fürstlichen Sammlungen handelt es sich um einen solchen Hohlguss nach einem verloren gegangenen Wachsmodell Pietro Taccas. Der als Extrateil ausgeführte Globus ist in der Mitte von einem Ring mit den Tierkreiszeichen umgeben, anders orientiert als in dem zweiten bekannten Guss der Sammlung Smith in Washington. Die Physiognomie des muskulösen Körpers wird im Exemplar der Fürstlichen Sammlungen durch die raffinierte Lackpatina unterstrichen, während die Version in Washington eine wesentlich weniger transparente, dunklere Patina besitzt.
Herkules ist hier als die Personifikation der Stärke dargestellt. Als Busse dafür, dass er seine Kinder in die Verdammnis geführt hatte, wurden ihm zwölf Strafen auferlegt. Eine davon war, die Äpfel der Hesperiden aus ihrem Garten zu stehlen, der an einem steilen Hang des Atlas lag. Er bat Atlas die Äpfel zu nehmen, während er inzwischen die schwere Bürde des Atlas übernahm, die Welt zu retten. Diese symbolische Szene - Herkules mit dem Himmel auf seinen Schultern - stellt Tacca dar.
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Ferdinando Tacca
Herkules trägt den Himmel, 1650/1700
Bronze
Höhe 89 cm
Inv.-Nr. SK946
Provenienz: 1689 Grand Dauphin, Château de Chaisy, Château de Meudon; 1711 French Crown Collection No. 303; 1722 Galerie de Meudon; 1785 Garde-Meuble; 1788 Galerie des Bronzes; 1796 Palais du Conseil des Anciens; nach 1796 Salon des conférences des Archives et Bibliothèque du Palais du Conseil des Anciens; Privatsammlung England; 2005 erworben durch Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein
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