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FERDINAND GEORG WALDMÜLLER
RUINE DES GRIECHISCHEN THEATERS ZU TAORMINA GEGEN DIE MEERENGE VON MESSINA
Ab 1825 unternahm Waldmüller beinahe jeden Sommer eine Studienreise nach Italien. Im September 1844 trat er wieder eine Reise in den Süden an, die ihn über die Schweiz bis nach Sizilien führte, wo er sich vorwiegend in Taormina aufhielt. Es ist anzunehmen, dass in diesem Jahr die beiden Ansichten des griechischen Theaters - eine wurde bereits 1891 von Fürst Johann II. von Liechtenstein erworben (Inv.-Nr. GE 1595) - entstanden sind.
Bei dem neu erworbenen Bild wählte der Maler eine Ansicht nach Norden auf das ehemalige „Theatron“, den halbkreisförmigen Zuschauerraum. Hinter den verwitterten Mauern und Säulen steigen kahle, felsige Berge in den kristallklaren, blauvioletten Himmel auf. Rechts öffnet sich die zerklüftete Steilküste und gibt den Blick auf das tiefblaue Meer der Strasse von Messina und das ferne Kalabrien frei.
Waldmüller hat sich in Sizilien eine neue Farbigkeit angeeignet. Ein in der Sonne leuchtendes Gelb, das durch Übergänge zu Orange und Braun eine besonders satte Leuchtkraft erhält, steht im Kontrast zu dem tiefblauen Meer und dem von einem hellen in ein sattes blau-violett überfliessenden Himmel. Waldmüller schuf hier eine überzeugende Lichtstimmung, ohne die Wirklichkeitstreue seiner Darstellung durch eine gekünstelt romantische Färbung zu verfälschen.
Mit lockerer, aber bestimmter Pinselführung, mit vielen kurzen und sehr kräftig gesetzten Strichen und Tupfen, gab Waldmüller die feinsten Details und Strukturen der alten Mauern, der Felsen, des Bodens und des ausgedörrten Grases in der unterschiedlichen Intensität und Tönung dieser Farben wieder. Die Strichlagen sind dabei so, wie sie Waldmüller in seinen Schriften gefordert hat. 1846 schrieb er im „Bedürfnis eines zweckmäßigen Unterrichts in der Malerei und Plastischen Kunst“ über die Pinselführung: „Dieselbe soll nämlich immer in der Form statt finden, d.h. nach dem Grundsatze, daß man eine senkrechte Form nicht durch eine horizontale Pinselführung hervorbringen könne, und so umgekehrt...“. Hauptschatten und Hauptlicht lehren, wie Blau, Rot, Gelb oder Grün in unterschiedlichen Lichtverhältnissen von der Natur gegeben werden. Als Bestätigung dieser Annahme, kehrte Waldmüller immer zur gleichen Zeit und zum selben Blickpunkt für seine Motive zurück, wie auch die beiden Ansichten des Theaters von Taormina verdeutlichen.
Zwei weitere Gemälde Waldmüllers, während seiner jährlichen Reisen nach Italien und Sizilien entstanden, wurden bereits 1890 von Fürst Johann II. von Liechtenstein erworben. Eines zeigt die Ruinen des Venustempels bei Agrigent (Inv.-Nr. GE 1599) und ist 1845 datiert, das andere entstand 1849 und bietet einen Blick auf den Concordia-Tempel von Agrigent (Inv.-Nr. GE 1596)
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Ferdinand Georg Waldmüller
Ruine des griechischen Theaters zu Taormina gegen die Meerenge von Messina, 1844
Öl auf Holz
Höhe 18 cm, Breite 31 cm
Signiert / datiert re. u.: "Waldmüller 1844"
Inv.-Nr. GE2386
Provenienz: 2005 erworben durch Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein
Weitere Exponate des Künstlers
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Wiedererstehen zu neuem Leben, 1852
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