FERDINAND GEORG WALDMÜLLER
BLUMEN IN PORZELLANVASE MIT LEUCHTER UND SILBERGEFÄSSEN
Ferdinand Georg Waldmüller war nicht nur als Maler von Porträts, Genreszenen und Landschaften erfolgreich, sondern auch auf dem Gebiet des Stilllebens, das ihn Zeit seines Lebens als Darstellungsgattung begleitete. Hier kam dem Maler nicht zuletzt seine profunde Ausbildung als Miniaturmaler entgegen, die ihm die Wiedergabe auch subtilster Nuancen des Stofflichen ermöglichte.
Konzentriert er sich in den „Rosen“ der Fürstlichen Sammlungen von 1843 ganz auf die Wiedergabe einer einzigen Spezies der Königin der Blumen und kostet die dort enthaltene Vielfalt und den Facettenreichtum dieser Sorte aus, gibt er in dem nun jüngst aus Wiener Privatbesitz für die Fürstlichen Sammlungen erworbenen Kabinettstück ein ganzes Potpourri dieser und anderer Blumen wieder. Lustvoll setzt er die unterschiedlichen, kräftigen Farben der Blüten des Strausses in der Vase gegeneinander, wie achtlos auf die Marmorplatte hingeworfen kontrastiert dazu ein Zweiglein mit Zitronenblüten in kühlem Grün und Weiss. Voll schöpft er die Reize der unterschiedlichsten Materialqualitäten aus, setzt die matte, wächserne Oberfläche der Blüten gegen den harten, metallischen Glanz des Silbers und eines goldenen Armreifens. Ganz im Vordergrund faltet er ein in Altrosa gehaltenes Seidenband auf, das noch einmal eine ganz andere Materialität ins Spiel bringt. Das Zentrum der Komposition nimmt die Vase selbst ein, deren stumpfes Weiss in seinem matten Glanz und mit dem asiatischen Dekor ein Stück der Wiener Manufaktur Du Paquier wiedergeben könnte. Wie bei den „Rosen“ setzt er auch hier die ganze Komposition vor effektvolles Schwarz – ursprünglich hatte er hier im Hintergrund ein Interieur mit einem Gemälde dargestellt, das er selbst, wie auch in anderen seiner Stillleben, übermalte. Im Streiflicht lässt sich zumindest das Relief dieser ursprünglichen Komposition noch deutlich erkennen.
Ganz erstaunlich ist der Erhaltungszustand dieses Gemäldes im Vergleich mit anderen Stillleben sticht vor allem seine brillante Farbigkeit hervor, die in vielen anderen der Täfelchen von Waldmüller durch intensiven Lichteinfluss verloren gegangen ist und dort die ursprünglich beabsichtigte Wirkung nur mehr blass erahnen lässt.
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Ferdinand Georg Waldmüller
Blumen in Porzellanvase mit Leuchter und Silbergefässen, 1839
Öl auf Holz
Höhe 47 cm, Breite 38 cm
Inv.-Nr. GE2460
Weitere Exponate des Künstlers
Rosen, 1843
Ruine des griechischen Theaters zu Taormina auf Sizilien, 1844
Porträt des Architekten Charles de Moreau (1758-1841), 1822
Ruinen des Juno Lucinia Tempels bei Agrigent, um 1845
Der Fuschlsee mit dem Schafberg, um 1835
Berglandschaft mit der Ruine Liechtenstein bei Mödling, 1859
Blick auf Mödling, 1848
Kalkofen in der Hinterbühl, um 1845
Porträt des späteren Kaisers Kaisers Franz Josef I. von Österreich (1830-1916) als Grenadier mit Spielzeugsoldaten, 1832
Porträt des Gastwirtes Thiery von der Wirtschaft "Zum Wolfen in der Au", 1833
Mütterliche Ermahnung, 1850
Wiedererstehen zu neuem Leben, 1852
Die Unterrichtsstunde, 1837
Ruine des griechischen Theaters zu Taormina gegen die Meerenge von Messina, 1844
Rote und weisse Trauben mit Tafelsilber, 1841
Die Heimkehr des Landmannes, 1833
Die unterbrochene Wallfahrt, 1853
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