HANS MAKART
EIN NUBIER
Hans Makart reiste 1875/76 mit einigen Malerkollegen nach Ägypten. Zusammen mit Franz von Lenbach, Leopold Carl Müller und anderen wohnte er in einem verlassenen Palast, Musaffi r-Chan, den Vizekönig Ismail Pascha ihnen zur Verfügung gestellt hatte. Reisen in das Land am Nil waren damals geradezu ein Muss, einerseits stillten die Maler so ihre Sehnsucht nach Neuem, Exotischem, andererseits kamen sie dadurch den Wünschen der Käufer nach ausserordentlichen Darstellungen orientalischer Lebensweise und Luxusgütern nach. Die Gemälde erzielten damals wie heute Spitzenpreise auf dem internationalen Kunstmarkt.
Das Gemälde „Ein Nubier“ ist mit „H. Makart“ signiert und entstand während der Ägyptenreise in den Jahren 1875/76. Es wurde 2005 von Fürst Hans- Adam II von und zu Liechtenstein erworben. In dem Leinwandbild schuf Makart ein Gleichgewicht zwischen der ganzfigurigen, leicht von unten wiedergegebenen Darstellung des Orientalen und der ihn umgebenden Architektur. In helle Gewänder und einen rötlichen Turban gehüllt, hebt sich der dunkelhäutige Mann vor der düsteren Mauerecke einer nicht genau zu erkennenden Architektur ab. An seiner linken Seite trägt er ein reich mit Schmucksteinen besetztes Schwert. In der einen Hand hält er eine Perlenschnur, die herabhängende Rechte liegt auf dem Oberschenkel des angewinkelten Beines auf.
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Hans Makart
Ein Nubier, 1875/1876
Öl auf Leinwand
Höhe 272 cm, Breite 155 cm
signiert: H. Makart
Inv.-Nr. GE2392
Provenienz: vor 1902 Sammlung Otlet; versteigert am 19./20. 12. 1902 bei Fievez, Brüssel; bis 2005 Belgisch-Holländischer Privatbesitz; auktioniert im Dorotheum Wien am 30.11.2005, lot 86; 2005 erworben durch Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein
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