FERDINAND GEORG WALDMÜLLER
WIEDERERSTEHEN ZU NEUEM LEBEN
Die Genremalerei erlangte im 19. Jahrhundert durch ein bürgerliches Publikum große Beliebtheit. Es war diese gefühlvoll unterhaltende Wirkung eines optimistischen Lebensgefühls von Familienglück und Festfreude, die ideale Überhöhung und Verschönung des Alltäglichen in naturalistischer Darstellungsweise, die eine Scheinwirklichkeit vermittelte, mit der sich der Betrachter identifizieren wollte.

Das durch Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein 2004 erworbene Gemälde "Wiedererstehen zu neuem Leben" ist eine Variante eines 1843 von Waldmüller geschaffenen Werks zu selben Thema. Mit dieser Arbeit lieferte der Künstler auf dem Gebiet der Genremalerei ein Beispiel von außergewöhnlicher Wirksamkeit: Ein alter Bauer tritt, genesen nach sichtlich schwerer Krankheit und umgeben von seiner Familie, zum ersten Mal wieder hinaus aus seiner Hütte. Es muss sich um einen der ersten Frühlingstage des Jahres handeln, wie uns die zarten Knospen und kleinen Blätter auf Baum und Strauch sowie die Blumen in der Hand und Schürze des Mädchens im Vordergrund verraten. Der Titel des Gemäldes bezieht sich somit nicht nur auf den genesenen Menschen, sondern auch auf die Natur, die aus der Starre des Winters wieder zu erwachen scheint. Waldmüller schuf mit diesem Werk einen ergreifenden Hymnus auf das Leben, auf die Sonne des Frühlings und auf die Kraft der sich erneuernden Natur.

Das Kolorit wurde in den Bildwerken von Ferdinand Georg Waldmüller zu einem wesentlichen Bestandteil der Komposition. Wie auch in seinen theoretischen Schriften gefordert, ging es dem Künstler um das Erfassen der hellsten und der dunkelsten Farben: Schwarz und Rot werden, getrennt durch ein leuchtendes Gelb, zu Blau und Braun übergeleitet. Den satten, warmen Farben verleiht das über allem liegende helle Sonnenlicht diese charakteristische, strahlende Kraft der Gemälde Waldmüllers.
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Ferdinand Georg Waldmüller
Wiedererstehen zu neuem Leben, 1852
Öl auf parkettierter Holztafel
Höhe 62 cm, Breite 79 cm
signiert und datiert unten links: Waldmüller 1852
Inv.-Nr. GE2151
Provenienz: 2004 durch Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein aus Schweizer Privatbesitz erworben
Weitere Exponate des Künstlers
Rosen, 1843
Ruine des griechischen Theaters zu Taormina auf Sizilien, 1844
Porträt des Architekten Charles de Moreau (1758-1841), 1822
Ruinen des Juno Lucinia Tempels bei Agrigent, um 1845
Der Fuschlsee mit dem Schafberg, um 1835
Berglandschaft mit der Ruine Liechtenstein bei Mödling, 1859
Blick auf Mödling, 1848
Kalkofen in der Hinterbühl, um 1845
Porträt des späteren Kaisers Kaisers Franz Josef I. von Österreich (1830-1916) als Grenadier mit Spielzeugsoldaten, 1832
Porträt des Gastwirtes Thiery von der Wirtschaft "Zum Wolfen in der Au", 1833
Mütterliche Ermahnung, 1850
Die Unterrichtsstunde, 1837
Ruine des griechischen Theaters zu Taormina gegen die Meerenge von Messina, 1844
Rote und weisse Trauben mit Tafelsilber, 1841
Die Heimkehr des Landmannes, 1833
Die unterbrochene Wallfahrt, 1853
Blumen in Porzellanvase mit Leuchter und Silbergefässen, 1839
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