FERDINAND GEORG WALDMÜLLER
ROTE UND WEISSE TRAUBEN MIT TAFELSILBER
Der grosse österreichische Biedermeiermaler Ferdinand Georg Waldmüller war nicht nur als Schöpfer von Porträts, Genreszenen und Landschaften erfolgreich, sondern ebenso auf dem Gebiet des Stilllebens, das ihn Zeit seines Lebens als Darstellungsgattung begleitete. Hier kam ihm nicht zuletzt seine profunde Ausbildung als Miniaturmaler entgegen, die ihm die Wiedergabe auch subtilster Nuancen des Stofflichen ermöglichte. Seine Werke verdienen vor allem aufgrund ihrer hochwertigen technischen Ausführung, die der Künstler gekonnt an die jeweiligen Anforderungen anpasste, besondere Beachtung, seine Stillleben insbesondere aufgrund ihrer Frische, Brillanz der Farbigkeit und Meisterschaft der Wiedergabe von Details und unterschiedlichen Oberflächen.

Die Lichtreflexe im Gemälde Rote und weisse Trauben mit Tafelsilber betonen in herausragender Weise die Dreidimensionalität der Objekte. Das Licht, das von links oben einfällt, lässt das Silber schimmern und zugleich die Oberfläche der Trauben glänzend hervorleuchten. Ergebnis dieser Inszenierung ist ein Wechselspiel von Helligkeit, Schatten und Reflexion sowie der unterschiedlichen Materialität, mit unglaublicher Raffinesse vom Maler im Bild umgesetzt.

Ähnlich den Gemälden Blumen in Porzellanvase mit Leuchter und Silbergefässen (1839) und Rosen (1843), die sich ebenfalls in den Fürstlichen Sammlungen befinden und unter dem regierenden Fürsten Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein in den letzten Jahren erworben wurden, hat Waldmüller hier das Arrangement vor tiefes Schwarz gesetzt und damit einen effektvollen Kontrast zu dem strahlenden Silber und den leuchtenden Trauben, die dem Betrachter realitätsnah präsentiert werden, geschaffen. Mit diesen Werken können sich die Sammlungen glücklich schätzen, im Besitz drei der schönsten und bedeutendsten Stillleben des grossartigen Biedermeiermalers zu sein.
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Ferdinand Georg Waldmüller
Rote und weisse Trauben mit Tafelsilber, 1841
Öl auf Leinwand
Höhe 48 cm, Breite 38 cm
sign. und dat. unten links: Waldmüller 1841
Inv.-Nr. GE2477
Provenienz: Theodor Schebesta, Raabs an der Thaya Verkauf, anonym Neumeister, München, Lot 650 Privatbesitz Christie’s, London, Lot 58 / Sale 7862, erworben 2010 durch Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein bei Christie’s, London
Weitere Exponate des Künstlers
Rosen, 1843
Ruine des griechischen Theaters zu Taormina auf Sizilien, 1844
Porträt des Architekten Charles de Moreau (1758-1841), 1822
Ruinen des Juno Lucinia Tempels bei Agrigent, um 1845
Der Fuschlsee mit dem Schafberg, um 1835
Berglandschaft mit der Ruine Liechtenstein bei Mödling, 1859
Blick auf Mödling, 1848
Kalkofen in der Hinterbühl, um 1845
Porträt des späteren Kaisers Kaisers Franz Josef I. von Österreich (1830-1916) als Grenadier mit Spielzeugsoldaten, 1832
Porträt des Gastwirtes Thiery von der Wirtschaft "Zum Wolfen in der Au", 1833
Mütterliche Ermahnung, 1850
Wiedererstehen zu neuem Leben, 1852
Die Unterrichtsstunde, 1837
Ruine des griechischen Theaters zu Taormina gegen die Meerenge von Messina, 1844
Die Heimkehr des Landmannes, 1833
Die unterbrochene Wallfahrt, 1853
Blumen in Porzellanvase mit Leuchter und Silbergefässen, 1839
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