FERDINAND GEORG WALDMÜLLER
RUINEN DES JUNO LUCINIA TEMPELS BEI AGRIGENT
Waldmüller nutzte seine Sizilienaufenthalte dazu, die Landschaft in grandiosem Licht einzufangen. Bevorzugt malt er die ausgedorrte Sommerlandschaft, alles ist gelb verbrannt, einzig das Grün der Kakteen und die wie silbern leuchtenden Blätter der Olivenbäume kontrastieren mit dem Rest. Auch die Architekturen sind in dieses Licht gehüllt, selbst die roten Ziegel verlieren ihre Eigenfarbe. In seiner Vedute des Juno-Lacinia-Tempels wird Waldmüller der Forderung seiner eigenen Streitschrift von 1846 gerecht, "dass das Colorit bei einem wirklichen Kunstwerke nur als eine Nebensache erscheint, und nur die plastische Wiedergabe von Schatten und Licht die Hauptsache bleibt". Wir kennen dieses Licht aus dem Süden, das jede Form masslos überzeichnet, die Bäume des Olivenhains und den Tempel im Hintergrund zum Greifen nahe bringt. Es ist ein Licht, das die Plastizität steigert und die farbliche Differenzierung auf wenige Valeurs einschränkt. Die Gelbtöne der verbrannten Wiese stehen gegen die Farbabstufungen der silbrig grün glänzenden Blätter der Olivenbäume. Im scharfen Seitenlicht auf der Akropolis steht majestätvoll die Ruine des Tempels, auch sie hat die Farbe des Lichts angenommen und setzt sich durch die starken Schattenkanten vom umgebenden Himmel ab.
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Ferdinand Georg Waldmüller
Ruinen des Juno Lucinia Tempels bei Agrigent, um 1845
Öl auf Holz
Höhe 31 cm, Breite 39 cm
sign. rechts unten: Waldmüller
Inv.-Nr. GE1599
Provenienz: 1890 erworben durch Fürst Johann II. von Liechtenstein im Auktionshaus C. J. Wawra in Wien
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