ANTONIO SUSINI
NESSUS RAUBT DEIANEIRA
"Nessus raubt Deianeira" ist einer der schönsten Güsse nach einem Entwurf von Giambologna. Dieser hatte die Komposition 1577 geschaffen und seinen wichtigsten Mitarbeiter Antonio Susini mit der technischen Umsetzung betraut. Eine grosse Zahl von Abgüssen belegt die ungewöhnliche Beliebtheit dieser Bronze: Unter anderem besassen Kaiser Rudolf II. und im 17. Jahrhundert der französische König Ludwig XIV. Exemplare davon. Schon Karl Eusebius fand Gefallen an dieser Komposition und erwarb einen Abguss von Giovanni Francesco Susini. Der ältere und qualitätvollere Guss seines Onkels Antonio kam 2003 durch Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein in die Fürstlichen Sammlungen.

Dargestellt ist eine Episode aus dem Herkules-Mythos: Auf dem Weg zu seinem Freund Keyx muss Herkules mit seiner Gattin den Fluss Euenos passieren. Dort hilft meist der Kentaur Nessus den Wanderern überzusetzen. Als Nessus Deianeira durch die Fluten trägt, versucht er, sie zu entführen. Dieser Moment der Erzählung ist dargestellt. Die besondere Bewunderung der Zeitgenossen galt wohl dem formalen Widerstreit der Kräfte, die in verschiedenen Richtungen gegeneinander gesetzt sind. Der nach vorne preschende Kentaur wendet sich zurück, um Deianeira festhalten zu können, die sich aus seinen Armen winden will. Nicht zufällig entsteht dabei eine Pose, die die Schönheit der Frau dem Betrachter vorteilhaft präsentiert. Die delikate Lackpatina verleiht der Haut einen sanft glänzenden Schmelz, der die perfekten Formen zum Leben erweckt.
Zum Seitenanfang  
Antonio Susini
Nessus raubt Deianeira, 1600
Bronze
Höhe 43 cm
Inv.-Nr. SK914
Provenienz: 2003 erworben durch Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein
Weitere Exponate des Künstlers
Raub einer Sabinerin, um 1581/1582
Verwandte Themen
Bronzen in den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein
Neuerwerbungen der Fürstlichen Sammlungen
Neuerwerbungen
Neuerwerbungen >>