BERNARDINO ZAGANELLI DA COTIGNOLA
PORTRÄT EINER DAME
Das "Porträt einer Dame" ist wohl um 1500 entstandenen und wird Bernardino Zaganelli zugeschrieben. Es zeigt eine junge Frau in elegantem roten Kleid mit feinem Haarnetz, zartem Reifen und repräsentativer Perlenkette mit Edelsteinanhänger. Ihr helles Inkarnat und der Hautton setzen sich wirkungsvoll vom dunklen Hintergrund ab. In den Niederlanden, aber auch in Italien war die panoramaartige Landschaft als Hintergrund Usus. Zaganellis Zeitgenosse Giovanni Bellini hatte die Bildform des Porträts vor neutralem Hintergrund in Italien populär gemacht. Albrecht Dürer (1471–1528) übernahm diese Idee und trug zu ihrer Verbreitung in seiner Heimat bei. Alle Konzentration richtet sich auf die Gesichtszüge der Dargestellten, die durch subtile Grauschattierungen im Inkarnatton modelliert sind. Das aus der Blickrichtung der Porträtierten einfallende Licht wird auch in den dekorativen Details geschildert: Es bringt nicht nur die Perlen zum Schimmern, sondern fängt sich auch in dem blutroten Edelstein des Anhängers. Diese naturalistische Kunstauffassung konzentriert sich allerdings in erster Linie auf greifbare plastische Details, während im Gewand grosse flächige Partien ein vergleichbar organisches Verständnis vermissen lassen.
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Bernardino Zaganelli da Cotignola
Porträt einer Dame, 1500
Öl auf Holz
Höhe 33 cm, Breite 25 cm
Inv.-Nr. GE935
Provenienz: 1882 als Anselmo da Folí erworben durch Fürst Johann II. von Liechtenstein in Italien, 1950 veräussert aus den Fürstlichen Sammlungen; vor 2003 in einer Privatsammlung in der Schweiz; 2003 wiedererworben durch Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein
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