FRANS HALS
PORTRÄT EINES MANNES
Nach dem Tod von Peter Paul Rubens (1640) und Anthonis van Dyck (1641) avancierte Frans Hals zum wichtigsten Porträtmaler der Niederlande. Das um 1650/1652 entstandene Porträt eines Mannes ist ein typisches Bild dieser Zeit. Unter der weit ausladenden Krempe seines schwarzen Hutes blickt uns ein Unbekannter verschmitzt entgegen. Die hochgezogenen Augenbrauen und das angedeutete Lächeln verleihen dem Bild den Charakter einer Momentaufnahme. Hals konzentriert sich auf Kopf und Hände als Ausdrucksträger. Die verbleibende Fläche ist nur sparsam gestaltet. Im Laufe seiner Karriere reduzierte der Künstler seine Farbpalette auf dunkle Schwarz-, Braun- und Grautöne. Nur die Gesichter stechen nun aus dem Dunkel hervor. Lebendigkeit bringt die immer skizzenhafter werdende Malweise. In manchen Partien scheinen die freien Pinselstriche die Formen aufzulösen, die von kräftigen, dunklen Schattenlinien angerissen werden. Diese Arbeitsweise lässt darauf schliessen, dass Hals seine Bilder wahrscheinlich direkt auf der Leinwand entwickelte, denn es sind auch keine vorbereitenden Skizzen zu seinen Porträts erhalten.
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Frans Hals
Porträt eines Mannes, 1650/1652
Öl auf Leinwand
Höhe 108 cm, Breite 80 cm
Inv.-Nr. GE235
Provenienz: vor 1868 Sammlung J.H. Cremer in Brüssel; 1868 Auktion le Roy in Brüssel; 1868 Kunsthändler Ch. Sedelmeyer in Paris; ca. 1870 Gustav Ritter von Eppstein in Wien; vor 1871 F.J. Gsell in Wien; 1872 Auktion Plack in Wien; 1872 Löscher in Wien; 1898 Kunsthändler Ch. Sedel- meyer in Paris; 1898 Albert Baron von Rothschild in Wien, 1938 requiriert aus dem Besitz Louis Baron von Rothschild in Wien für das Linzer »Führer museum«; seit 1948 im Kunsthistorischen Museum in Wien, 1998 restituiert an Albert und Nathaniel Barone von Rothschild, 1999 Auktion Christie’s in London; 1999 in Privatsammlung; 2003 Auktion Sotheby’s in New York; 2003 angekauft durch Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein
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