FRANZ XAVER MESSERSCHMIDT
BÜSTE DES FÜRSTEN JOSEPH WENZEL I. VON LIECHTENSTEIN (1696–1772)
Um 1770, etwa 30 Jahre nachdem sich Fürst Joseph Wenzel von Liechtenstein in Paris in hochbarocker Manier hatte verewigen lassen, gestaltete Franz Xaver Messerschmidt diese im Vergleich dazu ausnehmend „einfache“ Büste. Anstatt Rang und Bedeutung des Adeligen rückt nun die Persönlichkeit ins Zentrum des Interesses. Als „ehrlich, gegenwärtig und zeitlos“ beschrieben Bewunderer Messerschmidts seine Schöpfungen, die in Österreich einen neuen Weg der Porträtplastik beschritten.

Joseph Wenzel blickt selbstbewusst nach vorne, sein Oberkörper ist antikisch nackt. Vor allem diese Nacktheit löst den Dargestellten aus Zeit und Raum. Auffallend ist an dem Porträt des Fürsten weiters, dass die Büste auf einen knappen Abschnitt reduziert ist und auf dem originalen, sehr einfachen Steinsockel ruht. Büsten dieser Art wurden auf Schreibtischen (Bureau plat) aufgestellt und bewahrten so die Erinnerung an den Dargestellten.
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Franz Xaver Messerschmidt
Büste des Fürsten Joseph Wenzel I. von Liechtenstein (1696–1772), um 1770/1772
Blei-Zinnlegierung
Höhe 40 cm
erworben 2007 aus einer Wiener Privatsammlung
Inv.-Nr. SK1480
Provenienz: Wien, Privatsammlung
Weitere Exponate des Künstlers
Elisa mehrt das Öl der Witwe, 1769/1770
Maria Immaculata, 1766
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