MANUFAKTUR GINORI, DOCCIA
DIE VIER JAHRESZEITEN
Das Badminton Cabinet, 2004 von den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein als teuerstes jemals auktioniertes Kunstobjekt erworben, wird von vier grossen Bronzen, die „Vier Jahreszeiten“ darstellend, bekrönt. Es war schon immer bekannt, dass diese in der Porzellanmanufaktur Doccia auch als Porzellane ausgeführt worden sind. Jüngst konnten sie vom Kunsthandel aufgespürt und von den Fürstlichen Sammlungen erworben werden. Sie transformieren die hochbarocken Vorbilder Girolamo Ticciatis (1679–1745) schon ins Rokokohafte, mit ihrer sorgfältigen Staffierung (Bemalung) zählen sie zum Schönsten, was je in der Manufaktur des Marchese Carlo Ginori unter der Leitung Gaspero Bruschis (1710–1780) geschaffen wurde. Wahrscheinlich ist Carl Wendelin Anreiter von Ziernfeld (1702–1747), der aus der Wiener Manufaktur Du Paquier nach Florenz wechselte, für die delikate Polychromie verantwortlich.
Diese Neuerwerbung ergänzt den Sammlungsbestand in sinnvoller Weise und führt Wien und Florenz auf sehr vielschichtige Weise zusammen. Die Porzellane werden in Saal 10 der Dauerausstellung in nächster Nähe zum Badminton Cabinet präsentiert.
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Manufaktur Ginori, Doccia
Die vier Jahreszeiten, 1745
Hartporzellan, bunt bemalt
Höhe ca. 40 cm
Inv.-Nr. PO2451
Provenienz: 2008 im Londoner Kunsthandel erworben durch Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein
Weitere Exponate des Künstlers
Grosse Beweinung Christi (Pietà), um 1745/46
Deckelvase, 1757
Schnupftabakdose, 1748
Tafelausatz ›von der Erde und vom Meer‹ (Centrotavola della Terra e del Mare), um 1750
Obstschale, 1746
Venus Medici, um 1745/1750
Büste des Vitellius
Paris, 1745/1755
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